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Deutsche, Linke und
Antisemitismus/Antizionismus
Gregor Gysi
geißelt linken Antizionismus. Kehrtwende
bei den Linken: Fraktionschef Gysi stimmt neue Töne gegenüber Israel
an. Statt einseitiger Bekenntnisse zum "Befreiungskampf des
palästinensischen Volkes" fordert er jetzt in einer Rede
"Solidarität mit Israel" - und warnt vor linkem Antizionismus. Er
warnt vor dem "Antizionismus", den viele Linken betrieben.
"Der Begriff des Imperialismus trifft auf Israel auf jeden
Fall nicht zu." Er "anerkenne die Bewahrung
demokratischer Verhältnisse – einschließlich einer demokratischen
Öffentlichkeit – während der vergangenen 60 Jahre seit der Gründung
Israels als eine wirklich große Leistung, die Bewunderung verdient".
(Spiegel, 15.4.08).
Gysis Machtwort irritiert Genossen
(taz, 18.4.08).
Vollständiger Text bei "Standpunkte"
der RLS.
Wohlstand, Bildung, Demokratie - viel hat der Staat Israel erreicht.
Die größte Herausforderung steht dem Land aber
noch bevor: Frieden mit den Nachbarn. Ohne ihn ist das Ziel der
Staatsgründer nicht zu erreichen, schreibt Avi Primor,
Israels ehemaliger Botschafter in Deutschland. (Spiegel, 9.5.08).
Henryk M.
Broder: 60 JAHRE ISRAEL.
Die vergifteten Glückwünsche deutscher Schlauberger.
Vor kurzem hat eine Gruppe deutscher
Geistesarbeiter, unter ihnen der Pen-Präsident Johano
Strasser, die grüne Abgeordnete Claudia Roth
und der Schriftsteller Gert Heidenreich, einen
Aufruf zum 60. Geburtstag Israels veröffentlicht: "Glückwünsche und
Sorgen". Israel, so die Lageanalyse der Absender, gefährde "seine
eigene Existenz", halte "die Welt zum Narren" und merke nicht, "dass
es sich damit selbst betrügt". Dem Aufruf "Glückwünsche und Sorgen"
war ein anderes Positionspapier vorausgegangen: "Freundschaft und
Kritik", auf den Weg gebracht von 25 Politologen, die Israel den
Vorwurf machten, den Holocaust für politische Zwecke zu
instrumentalisieren und dazu aufriefen, die "besonderen Beziehungen"
zwischen Deutschland und Israel zu überdenken, um auch den
"binnendeutschen Diskurs" zwischen "nicht-jüdischen, jüdischen und
muslimischen Deutschen" breiter und unbefangener führen zu können.
"Entweder
überleben sie oder wir". Amos Neeman erlebt
die Geschichte seiner Heimat als Serie von Kriegen. Im Gespräch mit
SPIEGEL ONLINE am 11. Mai 2008 sagt er: "Wir hatten nur eine
Alternative: in diesem Land zu leben oder zu sterben."
Alaska statt Israel? Ein fiktiver Roman über einen
Judenstaat in Alaska sät Zweifel an der objektiven
Geschichtsschreibung - dazu ist er ein witziges, virtuoses und sehr
unterhaltsames Produkt amerikanischer Erzählliteratur.
Von Christoph Bartmann (SZ,
11.5.08). Michael Chabons Interesse an einer
Umschrift der Geschichte der jüdischen Verfolgung ist kein
Einzelfall. Eben hat Nicholson Baker das voluminöse
Geschichtswerk "Human Smoke" (Simon&Schuster) vorgelegt, in dem er
aus dokumentarischen Fragmenten und Anekdoten ein alternatives Bild
des Zweiten Weltkriegs entwirft. Antisemitismus war weit verbreitet
unter den Alliierten, bevor sie zu Alliierten wurden.
Roosevelt, der sich schon als junger Mann über die
auffällige Präsenz von Juden in Harvard mokiert hatte, blockierte
als Präsident nach Kräften die Hilfe für europäische Juden, so etwa
noch 1939 die "Wagner-Rogers Bill", die jüdischen Kinder die
Einreise in die USA ermöglicht hätte. Nicht besser kommt bei Baker
Winston Churchill weg, der zeitweilige Hitler- und
Mussolini-Verehrer, der im Faschismus ein "notwendiges Gegengift
gegen den russischen Virus" erblickte. Gründlich und grimmig
demontiert Baker die alliierten Geschichtsmythen (Pearl Harbor
eingeschlossen), und am schwersten wiegt sein Vorwurf, die USA und
England hätten den Holocaust verhindern können, wenn sie es nur
gewollt hätten.
Israel and
Palestinian refugees (Two differing views).
Angela Merkel:
Germany will stand by Israel.
By KARIN LAUB, Associated Press Writer (18.3.08).
German Chancellor Angela Merkel earned a
standing ovation from
Israel's parliament
Tuesday after pledging to stand by Israel's side against any threat,
particularly from
Iran, and paying tribute to the
victims of the Holocaust. "The Shoah fills us Germans with
shame," she said, using the Hebrew word for the
Holocaust. "I bow before the victims. I bow before the
survivors and before all those who helped them survive...For me, as
a German chancellor, Israel's security is non-negotiable," she added.
Merkel said Germany would always stand by Israel,
and promised to be vigilant about
Iran's nuclear program. "If
Iran were to obtain nuclear weapons, it would have disastrous
consequences," she said. "We have to prevent this." Germany has
become Israel's second-largest trading partner, and has paid $40
billion in reparations to
Holocaust survivors in Israel. On Monday, the two nations
deepened their ties by agreeing to annual consultations of their two
Cabinets. It's a first for Israel, though Germany has a similar
arrangement with five other countries.
SHELLEY EMLING:
Jewish community thrives
in Germany
despite frictions (PBP, 9.3.08).
The Holocaust has different meanings for
the country's established Jewish community and for those who came
from the former Soviet Union after the Berlin Wall fell. (StarTribune)
Germany Confronts Holocaust Legacy Anew
(NYT,
NICHOLAS KULISH,
January 29, 2008).
Most countries celebrate the best in their
pasts.
Germany
unrelentingly promotes its worst. “Only the Germans had the bravery
and the humility.” This month Germany’s federal prosecutor
overturned the guilty verdict of Marinus van der Lubbe,
the Communist Dutchman executed on charges of setting the Reichstag
fire; that event’s 75th anniversary is Feb. 27.
Dorothea Schmitt-Hollstein ist Autorin des
Standardwerks „Antisemitische Filmpropaganda. Die Darstellung
des Juden im nationalsozialistischen Spielfilm“: Er
war einer der übelsten, miesesten Propagandafilme der NS-Zeit.
1940 dreht der Regisseur Veit Harlan das offen antisemitische
Hetz-Werk "Jud Süß". Seit 1945 ist der Film verboten. Jetzt
widmet sich eine Ausstellung in Stuttgart dem Werk. Und fast
alle Besucher wollen den Film im Kino sehen. (Welt, 31.3.08).
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