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Der 11. September und die Linke: Der ultimative
Antiimperialismus als ideologisches
Ferment für den Umschlag von der symbolischen zur tatsächlichen
"Intervention" (Ulrike Meinhof). Die Monstrosität
der Aktion vom 11.9. war derart, dass sich öffentlich niemand auf der
Linken mit ihr hätte identifizieren können. Dies blieb ex-linken
Guerilleros wie Horst Mahler vorbehalten, der den "Luftschlag"
als antiimperialistische Großtat feierte. Mahler behauptet darüber
hinaus lauthals, seinen antiimperialistischen Prinzipien aus 68er
Zeiten bzw. der RAF treu geblieben zu sein. Die Querfrontstrategen auf
der Rechten stimmen ihm begeistert zu. Ist Mahlers Behauptung nur
absurd oder steckt in ihr auch ein Körnchen Wahrheit? Wie sah die
Imperialismusanalyse der 68er bzw. der RAF eigentlich aus? Unterschied
sie sich von dem, was später Autonome, Antiimps, PDS, Soligruppen und
Antideutsche zur Grundlage ihrer Politik machten? Kurz, wo liegen also
Ähnlichkeiten zwischen linken und islamistisch-neofaschistischen
Positionen in der Imperialismustheorie vor und wo unterscheiden sie
sich? Beschreibt Mahlers "Ostküste", Osamas "Kreuzzügler
und Juden" dasselbe Phänomen wie der in der Linken gebrauchte
Terminus "Imperialismus" oder der in allen Lagern gern
benutzte Begriff des "Hauptfeinds"? Entspricht die
Personifizierung des Gegners dem Diktum des faschistischen Vordenkers
Carl Schmitt zur Voraussetzung von Politik und wird damit selbst zu
dem, was es vorgibt zu bekämpfen? War bzw. ist die
Analyse der objektiven Verhältnisse nur die Folie für die Einschätzung
subjektiver Handlungsweisen? Worin unterschied sich die Persönlichkeit
eines Mohamed Atta (Al Qaeida?) von der eines Holger Meins (RAF), von
der eines Wilfried Böse (RZ), von der eines Georg von Rauch (2. Juni)
oder der von Mitgliedern der Antiimperialistischen Zellen (AIZ)? Worin
bestehen/bestanden die Unterschiede bei der Einsetzung des eigenen Körpers
als politisches Mittel, als Waffe (Todesfasten versus Bombe)? Hatten
sie differenzierte Weltbilder oder unterlagen sie einer manichäischen
Reduktion ("Mensch oder Schwein")? Ließe sich Attas Tat
auch mit Franz Fanon erklären, gibt es die von einigen Kommentatoren behauptete Parallelität zwischen Che Guevara und Osama
bin Laden? Hat die Linke, wie auf dem Rosa-Luxemburg-Kongress am
12.1.02 von
einem jw-Redakteur behauptet wurde, auf den 11.9. zu negativ reagiert,
hätte sie feiern sollen? Welche Rolle
spielt der Antisemitismus gestern und heute, hier und dort, wo gab es
dabei Überschneidungen zwischen links und rechts? Wie kam es zum
Attentat auf das Jüdische Gemeindehaus im Frühjahr 1970, zur
Selektion jüdischer Passagiere im entführten Flugzeug in Mogadischu, zur Islamisierung der
AIZ, zum Attentat gegen die Synagoge in Düsseldorf, zur Ignoranz gegenüber islamistisch
inspirierten Terrors? Weshalb gibt es ein so verbreitetes Verständnis
in der deutschen Öffentlichkeit bezüglich der islamistisch begründeten
Kampfesweise gegenüber den USA und Israel, das davon ausgeht, beide
Staaten hätten so viele Verbrechen begangen, dass sie sich jetzt
nicht wundern dürften, "the chickens coming home to
roost" (Malcolm X)? Muss das Verhältnis
von Metropole und Peripherie im Sinne der Globalisierung, der
"One World", des "Empire" (Negri) völlig
neu überdacht werden, nachdem die Option des Übergangs zum "Sozialismus
in einem Lande" (Lenin-Stalin), der "Foci" im Tricont
(Guevara-Debray) der Sieg des "Weltdorfs gegen die
Weltstadt" (Mao-Lin Biao) endgültig gescheitert ist? Welche Rolle
kommt der Verzichtsethik zu im Gegensatz zum Hedonismus? Wo liegen die
Chancen der Linken? Der 11. September hat mehr als genug Fragen
aufgeworfen. Wir sollten darüber sprechen. Freitag, den 15.
Februar 2002, 20.00 Uhr im Blauen Salon des Mehringhofs, Gneisenaustr.
2a, Berlin-Kreuzberg, geht's los. Empfohlene Links: Imperialismus-Globalismus-Diskussion auf SDS-Website Spektakel
im Empire weitere: Frantz FanonRacism and Culture (originally delivered as an address before the first Congress of Negro Writers and Artists, held in Paris in September 1956) Der Krieg in Algerien und die Befreiung des Menschen (El Moudjahid Nr. 31, 1. Nov. 1958)
Gaston
Salvatore & Rudi Dutschke Internationaler
Vietnam-Kongreß Rudi Dutschke Haschrebellen Rote Armee Fraktion Guerilla, Widerstand und antiimperialistische Front in Westeuropa
(1982) Im
Gehirn der Terroristen der antiimperialistische kampf ist insbesondere eine auseinandersetzung mit dem us-imperialismus (AIZ) Autonome
Kritik an den Antiimps und IWF-Kampagne von 1986-88 Drei
zu Eins: Klassenwiderspruch, Sexismus und Rassismus „Der Imperialismus befindet sich in einem langwierigen und unaufhörlichen Todeskampf." (III. Plenarsitzung der PCP-MPP Perus, Leuchtender Pfad). ...Die Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon haben
bei einigen Leuten eine klammheimliche Freude aufkommen lassen... KPD International Leninist Current/Revolutionär Kommunistische Liga
: Aufruf
des Antifablocks bei der LL-Demo in Berlin 13. Januar 2002 - 10
Uhr - Frankfurter Tor: ml-rechte: Völkischer Kommunismus: KP Syriens
und PFLP ns-rechte: Independence-Day
live (Horst Mahler): Der
Untergang des judäo-amerikanischen Imperiums (Reinhold Oberlercher): Der
Globalismus als höchstes Stadium des Imperialismus
erzwingt die Auferstehung der deutschen Nation
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last update: 13.1.2002 |