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Der 11. September und die Linke:

Der ultimative Antiimperialismus

als ideologisches Ferment für den Umschlag von der symbolischen zur tatsächlichen "Intervention" (Ulrike Meinhof). 
Wie unterscheidet sich der Weg einiger Intellektueller und Haschrebellen vor 30 Jahren in die Guerilla vom "Krieg gegen die Kreuzzügler und Juden" (Osama) heute?

Die Monstrosität der Aktion vom 11.9. war derart, dass sich öffentlich niemand auf der Linken mit ihr hätte identifizieren können. Dies blieb ex-linken Guerilleros wie Horst Mahler vorbehalten, der den "Luftschlag" als antiimperialistische Großtat feierte. Mahler behauptet darüber hinaus lauthals, seinen antiimperialistischen Prinzipien aus 68er Zeiten bzw. der RAF treu geblieben zu sein. Die Querfrontstrategen auf der Rechten stimmen ihm begeistert zu. Ist Mahlers Behauptung nur absurd oder steckt in ihr auch ein Körnchen Wahrheit? Wie sah die Imperialismusanalyse der 68er bzw. der RAF eigentlich aus? Unterschied sie sich von dem, was später Autonome, Antiimps, PDS, Soligruppen und Antideutsche zur Grundlage ihrer Politik machten? Kurz, wo liegen also Ähnlichkeiten zwischen linken und islamistisch-neofaschistischen Positionen in der Imperialismustheorie vor und wo unterscheiden sie sich? Beschreibt Mahlers "Ostküste", Osamas "Kreuzzügler und Juden" dasselbe Phänomen wie der in der Linken gebrauchte Terminus "Imperialismus" oder der in allen Lagern gern benutzte Begriff des "Hauptfeinds"? Entspricht die Personifizierung des Gegners dem Diktum des faschistischen Vordenkers Carl Schmitt zur Voraussetzung von Politik und wird damit selbst zu dem, was es vorgibt zu bekämpfen?

War bzw. ist die Analyse der objektiven Verhältnisse nur die Folie für die Einschätzung subjektiver Handlungsweisen? Worin unterschied sich die Persönlichkeit eines Mohamed Atta (Al Qaeida?) von der eines Holger Meins (RAF), von der eines Wilfried Böse (RZ), von der eines Georg von Rauch (2. Juni) oder der von Mitgliedern der Antiimperialistischen Zellen (AIZ)? Worin bestehen/bestanden die Unterschiede bei der Einsetzung des eigenen Körpers als politisches Mittel, als Waffe (Todesfasten versus Bombe)? Hatten sie differenzierte Weltbilder oder unterlagen sie einer manichäischen Reduktion ("Mensch oder Schwein")? Ließe sich Attas Tat auch mit Franz Fanon erklären, gibt es die von einigen Kommentatoren behauptete Parallelität zwischen Che Guevara und Osama bin Laden? Hat die Linke, wie auf dem Rosa-Luxemburg-Kongress am 12.1.02 von einem jw-Redakteur behauptet wurde, auf den 11.9. zu negativ reagiert, hätte sie feiern sollen?

Welche Rolle spielt der Antisemitismus gestern und heute, hier und dort, wo gab es dabei Überschneidungen zwischen links und rechts? Wie kam es zum Attentat auf das Jüdische Gemeindehaus im Frühjahr 1970, zur Selektion jüdischer Passagiere im entführten Flugzeug in Mogadischu, zur Islamisierung der AIZ, zum Attentat gegen die Synagoge in Düsseldorf, zur Ignoranz gegenüber islamistisch inspirierten Terrors? Weshalb gibt es ein so verbreitetes Verständnis in der deutschen Öffentlichkeit bezüglich der islamistisch begründeten Kampfesweise gegenüber den USA und Israel, das davon ausgeht, beide Staaten hätten so viele Verbrechen begangen, dass sie sich jetzt nicht wundern dürften, "the chickens coming home to roost" (Malcolm X)?

Muss das Verhältnis von Metropole und Peripherie im Sinne der Globalisierung, der "One World",  des "Empire" (Negri) völlig neu überdacht werden, nachdem die Option des Übergangs zum "Sozialismus in einem Lande" (Lenin-Stalin), der "Foci" im Tricont (Guevara-Debray) der Sieg des "Weltdorfs gegen die Weltstadt" (Mao-Lin Biao) endgültig gescheitert ist? Welche Rolle kommt der Verzichtsethik zu im Gegensatz zum Hedonismus? Wo liegen die Chancen der Linken? Der 11. September hat mehr als genug Fragen aufgeworfen. Wir sollten darüber sprechen.

Freitag, den 15. Februar 2002, 20.00 Uhr im Blauen Salon des Mehringhofs, Gneisenaustr. 2a, Berlin-Kreuzberg, geht's los.  

Empfohlene Links:

Imperialismus-Globalismus-Diskussion auf SDS-Website

Spektakel im Empire
gruppe 5

weitere:

Frantz Fanon
Racism and Culture (originally delivered as an address before the first Congress of Negro Writers and Artists, held in Paris in September 1956)
Der Krieg in Algerien und die Befreiung des Menschen (El Moudjahid Nr. 31, 1. Nov. 1958)

Gaston Salvatore & Rudi Dutschke
Einleitung zu CHE GUEVARA's "Schaffen wir zwei, drei, viele Vietnam"

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17.18.Februar 1968 Westberlin DOKUMENTATION Vorwort

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Die geschichtlichen Bedingungen für den internationalen Emanzipationskampf

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am 17./18. Februar 1968 in Westberlin

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Angriff auf die bestehende Machtlegitimation

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Das Konzept Stadtguerilla (Zwischen uns und dem Feind einen klaren Trennungsstrich ziehen! Mao)
Über den bewaffneten Kampf in Westeuropa
  (1971 von Horst Mahler im Knast verfasst und unter dem Titel Neue Strassenverkehrsordnung von der RAF verteilt)
Dem Volke dienen - Stadtguerilla und Klassenkampf
Die Aktion des Schwarzen September in München  - Zur Strategie des antiimperialistischen Kampfes
Die US-Imperialisten wollen den Krieg.

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Im Gehirn der Terroristen
Jürgen Boock in Weltwoche 38/01

Beethoven gegen MacDonald April 83 - Zum Unterschied zwischen Antiamerikanismus und Antiimperialismus! (RZ)

der antiimperialistische kampf ist insbesondere eine auseinandersetzung mit dem us-imperialismus (AIZ)

Autonome Kritik an den Antiimps und IWF-Kampagne von 1986-88 
Geronimo in Feuer und Flamme

Drei zu Eins: Klassenwiderspruch, Sexismus und Rassismus
Klaus Viehmann u.a.
Three Into One: The Triple Oppression Of Racism, Sexism, And Class
Written by Klaus Viehmann (Drei zu Eins, Translated by Arm The Spirit)

„Der Imperialismus befindet sich in einem langwierigen und unaufhörlichen Todeskampf." (III. Plenarsitzung der PCP-MPP Perus, Leuchtender Pfad).

...Die Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon haben bei einigen Leuten eine klammheimliche Freude aufkommen lassen...
...fatales Wiederaufleben eines traditionellen Antiimperialismus...
wildcat

KPD
Programmteil "Imperialismus": ...Ab einem gewissen Grad der Zuspitzung der Widersprüche zwischen den imperialistischen Mächten kann eine Neuaufteilung nicht mehr “friedlich”, sondern nur noch gewaltsam stattfinden...Die Führungsrolle der USA in der Welt wird von ihren imperialistischen Konkurrenten in Frage gestellt. Die Verlierer des 2. Weltkriegs, Deutschland und Japan, sind wieder Großmächte, die beim Kampf um die Weltherrschaft mitspielen.

 International Leninist Current/Revolutionär Kommunistische Liga
Die islamistische Bewegung verfügt über ein antiimperialistisches Potential, dass mit den Ereignissen vom 11. September noch weiter angewachsen ist Wir müssen das gegen den Imperialismus gerichtete Moment unterstützen. (Alfred Klein, Geschichte des politischen Islam, Wien Ende Okt. 2001).

Aufruf des Antifablocks bei der LL-Demo in Berlin 13. Januar 2002 - 10 Uhr - Frankfurter Tor:
GEGEN DIE BARBAREI DER ZIVILISATION
Infos unter: http://www.antifa.de

ml-rechte:

Völkischer Kommunismus: KP Syriens und PFLP
The Zionist movement: a danger threatening free people throughout the world.
By Dr. Ammar Bakdash
"...the battle against imperialism and Zionism - that is against the essence of the world imperialist system - ..."

ns-rechte:

Independence-Day live  (Horst Mahler):  
9. Dem Vernichtungskrieg der Globalisten gegen die Kulturen der Völker ist jetzt erstmals auf amerikanischem Boden eine militärische Niederlage beigebracht worden.
11. ...der Krieg der westlichen Zivilisation, die die Barbarei ist...
12. Die militärischen Angriffe auf die Symbole der mammonistischen Weltherrschaft sind - weil sie vermittelt durch die Medien den Widerstandsgeist der Völker beleben und auf den Hauptfeind ausrichten - eminent wirksam und deshalb rechtens.

Der Untergang des judäo-amerikanischen Imperiums (Reinhold Oberlercher):
...Gesamtvorgang der antikapitalistischen Weltrevolution...
...Die USA sind von Anfang an durch Korruption, Raubtierkapitalismus, Bewußtseinskontrolle, Scheindemokratie, Heuchelei und Bigotterie gezeichnet; sie verlagern diese innere Gewalt ständig nach außen....
...Alle Schläge, die irgendwo auf dem Erdball oder im Weltraum gegen Einrichtungen, Funktionäre oder Kollaborateure der USA geführt werden, sind daher kriegsrechtlich erlaubte Vergeltungsschläge und geeignet, die Rekonstituierung souveräner Völkerrechtssubjekte zu erzwingen...
...Auf der Tagesordnung der Weltgeschichte steht...die Auflösung der USA......Damit ist dann der blutigste Imperialismus der Weltgeschichte..abgewickelt...

Der Globalismus als höchstes Stadium des Imperialismus erzwingt die Auferstehung der deutschen Nation
Horst Mahler

 

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last update: 13.1.2002