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Arnoldshain 1984 - Linker Antisemitismus
Vorwort
Mit Band 9 unserer
Schriftenreihe dokumentieren und kommentieren wir das im August 1984 in Arnoldshain durchgeführte
Seminar "SOLIDARITÄT UND DEUTSCHE
GESCHICHTE - DIE LINKE
ZWISCHEN ANTISEMITISMUS UND ISRAELKRITIK".
Seminarthema, der
Weg hin zu diesem Seminar und seine Durchführung knüpfen in besonderer
Weise an den Band 3 "ISRAEL REFLEXIONEN ÜBER EIN ENGAGEMENT" der DIAK-Schriftenreihe
an.
Im Oktober 1977
wurde der Deutsch-Israelische Arbeitskreis für Frieden im Nahen Osten
(DIAK) gegründet - gleichsam ein mittelbarer "Reflex" auf die
tiefgreifenden, zunächst innenpolitischen, Veränderungen in Israel. Im
Mai 1977 kam die erste revisionistisch bestimmte Regierung Israels unter
Menachem Begin zustande. Damit hatte die israelische Politik einen
entscheidenden Wendepunkt erfahren, der sich lange angedeutet hatte und
spätestens seit dem Oktoberkrieg 1973 auf immer schnelleren Touren lief.
Diese Wende hatte vielerlei Auswirkungen - nicht zuletzt auf die
deutsch-israelischen Beziehungen und das bundesdeutsche Engagement für
Israel. Wollte man das
spezifische Engagement des DIAK auf einen kurzen Nenner bringen, so
ließe sich der folgendermaßen formulieren:
Die
Selbstverständlichkeit, mit der die israelische Politik in Verantwortung
vor der deutschen Geschichte kritisch begleitet werden sollte, galt
außerhalb des DIAK sicherlich schon damals (1980) nicht mehr für eine
große Zahl von israelkritischen Kommentatoren. Spätestens die linke
deutsche Verbissenheit, mit welcher der Libanonkrieg 1982 "analysiert"
und "kommentiert" wurde, konnte nicht mehr darüber hinwegtäuschen, daß
eine Begleitung aus historischer Verantwortung zur Ausnahme von der
linken Regel geworden war.
Für den DIAK selbst,
dessen Mitglieder nicht inselhaft im linken Wellengang leben, verlangte
diese Entwicklung, die behauptete Selbstverständlichkeit einer
solidarischen Kritik zum Thema zu machen. Mehr und mehr erschien es
unangemessen, Versäumtes nur einer politikwissenschaftlichen Erörterung
zu überlassen. Diese fand kaum statt.
Eine solche
Selbstbefragung heißt nun allerdings nicht, auf eine Position
einzuschwenken, die nach der Parole verfährt: Gut oder schlecht, es ist
mein Land. Nie stand in Frage, unsere Position kritischer Begleitung
aufzugeben. Nichts hatte und hat sich an der Absicht geändert, unseren
Beitrag für "eine gemeinsame friedliche Perspektive des
jüdisch-israelischen und des palästinensisch-arabischen Volkes" zu
leisten, wie es unsere Zeitschrift für Dialog zurecht für sich
reklamiert. Es hieß aber sehr wohl zu fragen:
-
Wie selbstverständlich ist für uns eine historische Verantwortung ?
-
Wie verhält sich der DIAK zur antisemitisch drapierten Zionismuskritik
großer Teile der deutschen Linken ?
Im Sonderheft 2 "Nachträge
zum Libanon-Krieg" (März/April 1983) unserer Zeitschrift griff der DIAK
diese Frage zunächst öffentlich auf. Das Arnoldshainer Seminar im August
1984 war sozusagen der zweite Schritt auf diesem Weg, unser
Selbstverständnis ebenso wie die Selbstverständlichkeit unseres
Engagements aus historischer Verantwortung zu befragen.
Karlheinz Schneider/Nikolaus Simon November 1984, Wiesbaden/Oberursel
Der
Deutsch-Israelische Arbeitskreis für Frieden im Nahen Osten e.V. ist im
Oktober 1977 gegründet worden. Er dient der Förderung internationaler
Verbundenheit, der Toleranz und der Verständigung der Völker,
insbesondere im Nahen Osten. Zu den Voraussetzungen einer
Friedensregelung in der Region gehört die gegenseitige Anerkennung
zwischen dem jüdischen und dem palästinensischen Volk. Der
Arbeitskreis ist eine Mitgliederorganisation. In eigener Verantwortung
und in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen führt er Programme, vor
allem im Bereich der politischen Bildung, durch. Die Mitgliedschaft im
Arbeitskreis kann von natürlichen und juristischen Personen sowie von
Personenvereinigungen erworben werden. Der Jahresmitgliedsbeitrag
beträgt DM 100,00 (Schüler, Studenten, Auszubildende: DM 50,00).
Materielle Zuwendungen an den Arbeitskreis sind gemäß
Einkommensteuer-Richtlinien als steuerabzugsfähig anerkannt.
Konten: Bank für Gemeinwirtschaft, Niederlassung Berlin (BLZ 100 101 11)
Konto Nr. 16 14 41 41 00
Bank für Gemeinwirtschaft, Niederlassung Berlin Postscheckkonto Nr. 828
00 100 (Berlin-West) zugunsten Konto Nr. 16 14 41 41 00
1.
Vorsitzender:
Prof.Dr. Rolf Rendtorff, Heidelberg
2.
Vorsitzender:
Dr. Ulrich Kusche, Wunstorf
Geschäftsführerin: Irma Haase, Gothaallee 35, 1000 Berlin 19
Tel.: (030) 786 60 71
(d), (030) 304 86 41 (p)
Redaktion der Zeitschrift "israel & palästina":
Jan Metzger, Christian Sterzing
Redaktionsanschrift: DIAK, Christian Sterzing,
Bahnhofstraße 148, 6732 Edenkoben
Bestellungen für Schriften und Zeitschrift sind zu richten an
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