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Volker von Törne
Lied vom Terroristen Karl Heinz Pawla
Hört
die Schandtat von dem frechen
Karl Heinz Pawla aus Berlin:
Dieser schwarze Sohn von Tschechen
ohne Zucht und Disziplin,
lange Haare, ungewaschen
und die Hände in den Taschen,
trat er vor das Landgericht
als ein schlimmer Bösewicht.
Finster
stand der Lichtesscheue
in Justizias heilgem Haus,
ohne Demut, ohne Reue,
und zog sich die Schuhe aus.
Alle Bürger warn erschrocken,
als er dastand in den Socken,
und er grinste ins Gesicht
den hohen Herrn vom Landgericht.
Schließlich
trieb ers immer bunter,
ohne Zucht und ohne Scham,
er ließ seine Hosen runter,
weil ihm ein Bedürfnis kam:
In Justizias heilgen Hallen
ließ er hinter sich was fallen
mitten in das Landgericht:
Sowas tut ein Deutscher nicht!
Das
ging den Richtern an die Ehre,
ihre Würde war beschmutzt.
Des Gesetzes ganze Schwere
haben sie darob benutzt
und den Strolch ins Loch geschmissen,
weil er aufs Gericht geschissen,
und so siegten Zucht und Pflicht
vorm Berliner Landgericht.
Die
Moral von der Geschichte:
Kommt dich ein Bedürfnis an
vorm Berliner Landgerichte,
laß nichts fallen, deutscher Mann!
Mach dich lieber in die Hose,
statt wie jener sittenlose
Terrorist und Bösewicht,
scheißen auf das Landgericht!
(1969)
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