The first official RuckpageRuckmanifest Ready to ruck?
Es gibt nichts zu tun, packen wir's an!
"Durch Deutschland muß ein Ruck gehen ... Wenn ihr schon dem System nicht mehr traut, dann traut euch doch wenigstens selbst etwas zu ... Alle, wirklich alle Besitzstände müssen auf den Prüfstand. ... Ich wünsche mir, daß von dieser Berlin-Erfahrung Impulse auf ganz Deutschland ausgehen." (Roman Herzog)
Es ist an der Zeit,
unser Betriebssystem an die Realität anzupassen, die Benutzeroberfläche zu verbessern. Besonders freut uns, daß die Forderung der 68er nach Veränderung aller Besitzstände beim Bundespräsidenten angekommen ist. Anders, so auch seine Erkenntnis, läßt sich der Stau nicht auflösen. Dazu rufen wir alle Leute und Stämme zu einem großen Treffen nach Berlin: die 68er (Kommunen, Haschrebellen, SDS, Aktions- und Weiberräte, K-Gruppen, 2.Juni, RAF ..), die 78er/88er (Alternative, Friedensbewegte, Mescaleros, Esos, Ökos, Hacker, Hausbesetzer, Punks, New Waver, Heavy Metals, Yuppies ...), die 98er (Raver, Rapper, Sprayer, Techno-Kids, Hiphopper, Schlagerfans, Chance 2000 ..) - alle, die in den vergangenen drei Jahrzehnten auf ihrem Feld für die kleinen kreativen Rucke gesorgt haben. Und alle, die jetzt einen Ruck wollen. Am 28. bis 30. August zum Potlatsch der Generationen 68 - 98: "Ready to Ruck?"
Der Potlatsch
ist eine indianische Methode, Entwicklungsstaus durch rigoroses Beschenken aufzulösen: Dann gilt nicht mehr zu raffen, sondern zu geben. Wer am meisten gegeben hat, ist Sieger. Bei unserem Potlatsch der Generationen trennen sich die Stämme von hinderlichem Besitz, um frei zu werden für einen gemeinsamen Neuanfang: Sie teilen ihre Erfahrungen, Erlebnisse, Gefühle, Phantasien. Wir werfen zusammen, was zusammen gehört. Die Zeit der Notgemeinschaften und des Endzeitgejammers ist vorbei. Stattdessen Markt der Möglichkeiten: Jeder Stamm bringt seine besten Ruck-Ideen mit und macht sie zum Geschenk.
Die Mauer und der Schmetterling
Wer rafft, baut Mauern. Am Fall der Berliner Mauer haben wir gesehen, daß es nur einen kleinen Ruck braucht, um scheinbar auf ewig versteinerte Verhältnisse zum Tanzen zu bringen. Der Potlatsch bedient sich dieses Schmetterlingseffekts, um auf lange Sicht alle Mauern zum Einsturz zu bringen. Das Reich der Freiheit ist da und nur den Flügelschlag der Bewußtwerdung entfernt.
Die Angst
Das Raffen über die notwendigen Grundlagen eines guten Lebens hinaus hat riesige Stauseen entstehen lassen, in denen immer weniger Menschen immer größere Reserven horten, während ringsherum das Land verdörrt. Reserven für was? Diese Besitzgier wird uns vernichten und davor haben wir Angst. Ein Beispiel: Wir, die wir das Kapital abschaffen wollten, werden es von unseren Eltern erben. So wie wir auch alles andere von ihnen erben. Um das zu überleben, wollen wir es daher potlatschen: Den Anfang machen wir mit einem großen Fest, mit Begegnungen und Aufmerksamkeit, Ratschlag und Palaver, Liebe und Verständnis. Tanz der Begriffe und Alphabetisierung der Körper. Wenn sich die Angst so auflöst, brechen die Staudämme: Die Wüste lebt!
Der Kapitalismus
siegt sich zu Tode, bis "alles Bestehende und Beständige verdampft" (Marx) - zum neuen Rohstoff, der Information. Die Akkumulation, die rasende Aneignung der Materie, das Dampfmaschinenzeitalter war ein notwendiger Schritt; dadurch wurden die Werkzeuge und das Wissen geschaffen, dank derer wir jetzt erkennen: solche Systeme werden nicht mehr nur durch Konkurrenz -"Kampf ums Dasein" (Darwin)- überleben, sondern durch Vernetzungs- und Symbiose-Fähigkeiten -"Gegenseitige Hilfe" (Kropotkin)- als selbstorganisierte Systeme.
Die Vernetzung
der Informationsgesellschaft löst das Zeitalter von Gier und Kontrolle ab. Sie erfordert Vertrauen - Vertrauen in die Selbstorganisationskraft offener, vernetzter Systeme. Und diese bestehen aus uns. Dazu müssen wir lernen, uns selbst zu vertrauen, einen Ruck im Kopf herzustellen, damit wir nicht wieder im Gut-Böse-Terror steckenbleiben. Und wenn uns das gelingt, können höhere Ordnungen entstehen.
Die neue Arbeit
ist Selbstorganisation. Sie beginnt mit Selbstentdeckung. Wir haben die Zeit dafür - für diese neue Arbeit. Daher kennen wir keine Arbeitslosen mehr, sondern nur noch freigestellte Ahnungslose: Es gibt nichts zu tun, packen wir's an. Die Chance nutzen, von alter Maloche freigesetzt zu sein. Sich der Mühsal innerer Arbeit auszusetzen, heißt, Schönheit und Freiheit außen zulassen zu können. "High sein, frei sein, Terror muß dabei sein" (Haschrebellen). Aber gegen sich selbst.
Die Generationen
Die 68er waren eine Bewegung mit ekstatischem Aufbruchsgefühl, "All You Need Is Love" (Beatles) ihre Hymne. Die folgende Generation sang natürlich dagegen an: "Da, da, da, ich lieb' dich nicht, du liebst mich nicht" (Trio) und führte damit die Auflösung der Zweierbeziehungen und der Ehe fort - und die Heiligsprechung des Geldes. Die 98er schließlich sind vor allem Gefühl: "Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb" (Guildo) - in der antipolitischen Ekstase der Loveparade-Partysanen. Was kommt nach der Stillegung des großen Brüters Kohl und wie beeinflussen wir das Medium Schröder? "Ready to Ruck?" bildet ein Laboratorium, in dem die verschiedenen Ströme aus diesen drei Generationen zusammenfließen. Damit bringen sie das gestaute Kapital als Energie für den Innovations-Ruck zum Fließen.
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