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Fischer fand es gähnend langweilig

 

Rückendeckung für den Außenminister: Algier war nicht mehr als eine Reise wert

Der Bundestag hat sich gestern mit der Teilnahme Joschka Fischers (Grüne) an einer PLO-Solidaritätskonferenz vor 31 Jahren in Algier beschäftigt. Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Ludger Volmer, berichtete, Fischer habe an der umstrittenen Veranstaltung nur eine Stunde teilgenommen, "weil sie ihm zu langweilig war". Volmer verwies auf Fischers jüdischen Freund Daniel Cohn-Bendit und meinte, deshalb sei ein "antiisraelischer Duktus" auszuschließen. Fischer hatte die Teilnahme an der Konferenz eingeräumt, nachdem die ARD-Sendung "Report" darüber berichtet hatte.

Volmer sagte, Fischer habe damals an einer Reise des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) teilgenommen. Udo Knapp, heute Leiter der Grundsatzabteilung im Finanzministerium in Mecklenburg-Vorpommern, berichtet in der "FAZ" von seiner Reise mit Fischer nach Algier.

Knapp war damals Vorsitzender des SDS. Die Rede Arafats hätte die Gruppe um Knapp lächerlich gefunden. Sie hätte die Konferenz so oft wie möglich verlassen und Familien algerischer Studenten besucht. "Eine echte Reise nach Algier des jungen Fischer und einiger anderer SDSler in einen Beleg für den gewendeten angeblichen Gewalttäter Fischer umzudeuten, ist Rufmord", sagte Knapp.

Heute fällt im Opec-Prozess vor dem Landgericht Frankfurt, wo Außenminister Fischer als Zeuge auftrat, das Urteil gegen den wegen dreifachen Mordes angeklagten ehemaligen Terroristen Hans-Joachim Klein. dpa

FR vom 16.2.2001